Seit Oktober 2023 verfassen wir Briefe an deutsche und europäische Politiker*innen. Wir bringen darin unsere Trauer, Wut und Besorgnis über die politische Lage in Israel und Palästina zum Ausdruck – und fordern von der deutschen Politik eine klare Haltung, die auf Menschenrechten und internationalem Völkerrecht basiert.
Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie jene Teile der israelischen Zivilgesellschaft unterstützt, die sich vor Ort für eine politische Verhandlungslösung im Sinne aller Menschen in Israel und Palästina einsetzen – so wie Standing Together es tut. Außerdem liegt es in der Verantwortung unserer Volksvertreter*innen den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland für alle Mitbürger*innen zu fördern, und die Anerkennung palästinensischen Leids und Rechts auf Selbstbestimmung und den Schutz jüdischen Lebens nicht gegeneinander auszuspielen!
Mitmachen: Du möchtest selbst einen Brief schreiben?
Dann schließ dich gerne unserer Briefgruppe an! Wir haben dir eine kurze Anleitung zusammengestellt:
Tipps für das Schreiben von politischen Briefen:
- Schreibe höflich und sachlich, in gutem Deutsch oder Englisch. Wenn du magst, nutze KI-Tools zur Formulierungshilfe. (Bei Kontaktformularen kann die Zeichenzahl begrenzt sein – auch hier sind KI Tools nützliche Helfer)
- Formuliere persönlich – schreib in deinem eigenen Namen und unterschreibe auch damit.
Stelle klare Forderungen, dass die deutsche Politik sich einsetzen soll für:
- einen sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand
- die sofortige umfangreichen humanitären Versorgung der Menschen in Gaza (keine Verteilung durch GHF, Blockade der Hilfslieferungen beenden, medizinische Evakuierungen ermöglichen, Gesundheitspersonal schützen)
- die Freilassung von fünfzig israelischen Geiseln in Gaza bzw. Übergabe ihrer Leichname
- die Freilassung von tausenden Palästinenser*innen, die ohne Anklage in Israel oder der Westbank in sogenannter „Administrativhaft“ unrechtmäßig und willkürlich festgehalten werden, sowie rechtsstaatliche Verfahren für alle Palästinenser*innen in israelischen Gefängnissen
- einen sofortigen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte an Israel
- ein Ende der illegalen Besetzung des Westjordanlands durch Israel, einschließlich des fortschreitenden Siedlungsausbaus (Keine Zusammenarbeit mit Siedlerorganisationen, kein Import von Produkten aus den besetzen Gebieten)
- die Anerkennung des Staates Palästina – als Teil von Bemühungen, einen echten Verhandlungsprozess wieder in Gang zu bringen, der ein Abkommen anstrebt, das beiden Völkern – israelischen Jüd*innen und Palästinenser*innen – Selbstbestimmung und gleiche Rechte garantiert
- die Verpflichtung, die Unabhängigkeit des Internationalen Gerichtshofs und des Internationalen Strafgerichtshofs zu respektieren und ihre Urteile zu achten und durchzusetzen
- die Einbindung der israelischen und palästinensischen Zivilgesellschaften in Verhandlungen und ihre Einbindung in alle zukünftigen Entscheidungen.
- sich hier in Deutschland für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen und die Polarisierung nicht weiter zu betreiben – gegen Anti-Muslimischen Rassismus und gegen Antisemitismus.
Verweise in deinen Briefen gerne auf Standing Together:
Ein starkes Beispiel für zivilgesellschaftliches Engagement ist Standing Together – eine jüdisch-palästinensische Bewegung in Israel, die sich für Gerechtigkeit, Frieden und Sicherheit für beide Völker einsetzt sowie für Nachhaltigkeit und die Rechte der LGBTQ+ Gemeinschaft. Innerhalb der Anti-Regierungsproteste gehört ST zu den wenigen Stimmen, die das Leid in Gaza sichtbar machen und sich klar für die Rechte der Palästinenser*innen positionieren.
Du kannst z.B. fordern, dass Abgeordnete und Regierungsmitglieder ihren Einfluss nutzen sollen, um die Arbeit von Standing Together sowie anderer anti-kriegs-, anti-besatzungs- und friedensorientierter Bewegungen in Israel zu unterstützen und sichtbar zu machen – für eine gemeinsame Zukunft, die auf Freiheit, Selbstbestimmung und gleichen Rechten für beide Völker basiert.
Mehr über Standing Together findest du in dieser Übersicht:
Oder hier als Instagram-Post:
Kontaktmöglichkeiten & Adressen
- Bundestagsabgeordnete deines Wahlkreises: Abgeordnetensuche beim Bundestag
- Ausschussmitglieder oder bestimmte Parteien: Übersicht der Bundestagsausschüsse
- Bundeskanzler kontaktieren: Kontaktformular Kanzleramt
- Außenminister kontaktieren: Kontaktformular Auswärtiges Amt
Weitere Briefkampagnen & Formulierungshilfen findest du z.B. bei Amnesty:
- Amnesty International: Israel/Palästina-Briefaktionen
Briefe an Medien und Presse
Auch die deutsche Berichterstattung zu Israel-Palästina kritisieren wir oft als einseitig und realitätsverzerrend. Wenn du einen Artikel als problematisch empfindest, kannst du Journalist*innen oder Redaktionen direkt anschreiben und dich beschweren.
Informiert bleiben & Medien kritisch begleiten
Allgemeine Infos zu Pressebeschwerden, Kampagen und Formulierungsvorschläge findest du z.B. hier:
d:p de:presse @de.press.media
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